Fakten statt Fakes - FakeHunter starten neu
Ein täuschend echtes Foto, eine spektakuläre Schlagzeile oder ein perfekt formuliertes Video aus dem Netz, was ist echt und was ist manipuliert? Gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz wird es immer schwieriger, Informationen richtig einzuordnen. Umso wichtiger ist es, Dinge kritisch zu hinterfragen. Genau hier setzen die FakeHunter an. Das erfolgreiche Planspiel von Bibliotheken SH startet jetzt in einer grundlegend überarbeiteten Version und steht ab sofort allen öffentlichen Bibliotheken frei zur Verfügung.
Mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein wurde 2018 das Planspiel entwickelt, getestet und evaluiert. Seit dem offiziellen Start haben sich die FakeHunter zu einem erfolgreichen Projekt im Bereich der Informations- und Medienkompetenz entwickelt. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Medienkompetenzpreis des Landes Schleswig-Holstein und der Preis „Zukunftsgestalter für Bibliotheken“, unterstreichen die Qualität des Konzepts.
2020 wurde das Planspiel um eine Junior-Version für Grundschulen erweitert, um auch jüngere Kinder für Falschmeldungen zu sensibilisieren. Über Bibliotheksnetzwerke und die Goethe-Institute sind die FakeHunter heute weit über Schleswig-Holstein hinaus im Einsatz, sogar in Seoul, Kairo und vielen anderen deutschen Auslandsschulen.
„Mit dem Relaunch setzt Bibliotheken SH ein starkes Zeichen für offene Bildungsangebote und die Förderung von Informations- und Medienkompetenz. Denn gerade in einer Welt, in der sich Technologien und Informationskanäle rasant verändern, bleibt die Fähigkeit, Fakten von Fälschungen zu unterscheiden, eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen.“Kathrin Reckling-Freitag
Projektleitung
Fast zehn Jahre nach der ersten Idee war eine grundlegende Überarbeitung notwendig. Die digitale Welt hat sich rasant verändert. Soziale Medien, neue Kommunikationsformen und insbesondere Künstliche Intelligenz ermöglichen es heute, täuschend echte Falschinformationen mit einfachen Mitteln zu erstellen und zu verbreiten. Gleichzeitig bleibt die zentrale Herausforderung dieselbe: Informationen kritisch zu hinterfragen und ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen. Genau diese Kompetenzen stehen weiterhin im Mittelpunkt der FakeHunter.
Der Relaunch macht das bewährte Konzept fit für die kommenden Jahre. Inhalte und Materialien wurden umfassend aktualisiert und um neue Themen und Entwicklungen ergänzt. Gleichzeitig wurde das Format flexibler gestaltet. Die Erfahrungen und kreativen Ideen der großen FakeHunter-Community sind in die Weiterentwicklung eingeflossen und eröffnen Bibliotheken vielfältige Möglichkeiten, das Planspiel an ihre eigenen Bedürfnisse und die ihrer Zielgruppen anzupassen.
Besonders wichtig ist dabei die deutlich verbesserte Zugänglichkeit. Bislang war die Nutzung der FakeHunter an Schulungen und ein zugangsbeschränktes Newsportal gekoppelt. Dieser organisatorische Aufwand entfällt künftig. Das bisherige Portal wird abgeschaltet, die Inhalte werden auf die FakeHunter-Website übertragen und durch eine neue Praxisarbeitshilfe ergänzt, die Bibliotheken einen unkomplizierten Einstieg ermöglicht. Ab sofort stehen die FakeHunter damit allen öffentlichen Bibliotheken ohne Zusatzbeschränkungen zur Verfügung. Eine verpflichtende Schulung ist nicht mehr erforderlich, der Zugang zu den Materialien ist frei und dauerhaft möglich. Die Inhalte werden als Offene Bildungsressource unter einer CC BY-NC-Lizenz bereitgestellt und können von öffentlichen Bibliotheken genutzt, weiterentwickelt und an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.
Weitere Informationen zu den FakeHuntern finden Interessierte unter www.diefakehunter.de sowie unter www.bibliotheken-sh.de/projekte-bestaende/die-fakehunter
Lisa Behrendt